Santa Maria

Santa Maria gehört zur östlichen Gruppe der Azoren, zu der auch die Hauptinsel Sao Miguel und die winzigen Formigas zählen. Mit einer Länge von 16,6 Kilometern und einer Breite von gut 9 Kilometern ist Santa Maria eine der kleineren Inseln des Archipels. Santa Maria war wohl das erste Eiland der Azoren, das von den portugiesischen Seefahrern entdeckt wurde. Einige der heute dort lebenden 5.600 Einwohner sind sicherlich direkte Nachfahren der ersten Siedler, die 1439, meist aus dem Süden Portugals, auf die Insel gekommen sind. Auch die erste Ansiedlung mit Stadtrechten auf dem Archipel gab es auf Santa Maria. Vila do Porto wurde diese Ehre zu teil.

Geschichte

Bevor die Insel im 16. und 17. Jahrhundert immer wieder unfreundlichen Besuch von Seeräubern bekam, war 1493 ein bekannter Entdecker auf der Insel zu Gast gewesen. Christoph Kolumbus machte auf seiner Rückreise aus der neuen Welt Station auf dieser kleinen Inseln mitten im Atlantik.

Nachdem Engländer, Franzosen, Türken und Araber der Insel immer wieder schwer zugesetzt hatten und die Einheimischen sogar in die Sklaverei entführt worden waren, kam der einstige Haupterwerbszweig der Insulaner, der Export von Färberwaid, im 18. und 19. Jahrhundert völlig zum Erliegen.

Erst 1944 hatte das karge Leben ein Ende, als der Flughafen gebaut wurde, der nicht nur strategische Bedeutung für das amerikanische Militär, sondern lange Zeit eine wichtige Funktion als Zwischenstopp bei Transatlantikflügen hatte. Auch wenn seit Ende der 60er Jahre diese Aufgabe durch den Bau neuer Langstreckenjets weggefallen war, ist auf Santa Maria bis heute der Hauptkontrollpunkt für den Flugverkehr über dem Atlantik.

Steile Felsen und altes Getier

Santa Maria ist die trockenste Insel der Azoren. Es gibt weniger Niederschlag und mehr Sonne als auf allen anderen Inseln des Archipels. Das Bild der Insel wird bestimmt durch eine große Ebene mit dem Flughafen und der Stadt Vila do Porto im Westen und durch das Gebirge mit dem 587 Meter hohen Pico Alto im Osten. In der üppigen Natur der Bergwelt befindet sich eine ganz besondere Attraktion der Insel. Der Wasserfall Cascata do Aveiro stürzt auf einer Höhe von 110 Metern in die Tiefe und beeindruckt seine Besucher mit seiner faszinierenden Schönheit. Für Geologen und Paläontologen ist Santa Maria eine große Schatztruhe. Überall finden sich interessante Felsformationen im Vulkangestein mit mehrere Millionen Jahre alten Fossilien von ausgestorbenem Meeresgetier, dessen schönste Exemplare in einem Museum in Vila do Porto ausgestellt sind. Die Küste ist stark zerklüftet mit steil abfallenden Felsen und bietet deshalb dem Betrachter einen einzigartigen und faszinierenden Anblick, der von den zahlreichen Aussichtspunkten bestaunt werden kann. In den Buchten der Insel findet der ruhesuchende Badewillige mehrere abgelegene, idyllische Strände, an denen er fernab von jeglicher Hektik die Sonne und das Meer genießen kann.

Sommer, Sonne, Santa Maria

Aufgrund der sehr guten klimatischen Bedingungen bietet sich Santa Maria als ideale Badeinsel an. Nirgendwo auf den Azoren gibt es mehr Sonne und weniger Regen. Zahlreiche Strände, aber auch von der Natur geformte Schwimmbecken garantieren ungetrübte Badefreuden. An der Praia Formosa ist immer etwas los, denn an diesem Strand kann man nicht nur baden und faulenzen, sondern auch surfen, segeln oder Wasserski fahren. Das Wassersportangebot lässt keine Wünsche offen. Die imposante Felsküste erkundet man am besten vom Meer aus. Ein Bootstrip rund um die Insel bietet dazu eine hervorragende Gelegenheit, bei der man auch gleich die geheimnisvolle Grotte von Ilheu do Romeiro entdecken kann. Weitere, zum Teil von Menschenhand geschaffene Grotten, können bei organisierten Expeditionen in das Innere der faszinierenden Vulkanwelt erforscht werden. Auch von oben ist Santa Maria mehr als einen Blick wert. Auf der Insel gibt es nicht nur die Möglichkeit, die notwendige Ausrüstung zu mieten, sondern auch allerbeste natürliche Bedingungen, um Santa Maria mit Gleitschirmen aus der Vogelperspektive zu betrachten.

Feiern mit Wein und Heiligem Geist

Wie auf anderen Inseln der Azoren feiert man auch auf Santa Maria im Frühling bis in die Sommermonate hinein die Feste des Divino Espirito Santo, des Heiligen Geistes. Party auf Santa Maria ist besonders im August angesagt. Nach der Rallye von Santa Maria am Anfang des Monats findet dann Mitte August in Vila do Porto das wichtigste Fest des Jahres statt. Mit Konzerten, Märkten und religiösen Veranstaltungen feiert man traditionell die Schutzheilige der Insel. Weiter geht es mit einem mittlerweile international bekannten Festival, dem Maré de Agosto, bei dem zahlreiche Konzerte die Massen begeistern. Zum Ende des Monats und Anfang September wird dann in Sao Lourenco gefeiert. Die Festas de Vindima sind angesagt. Bei dem Fest zur Weinlese kann man nicht nur den Wein, sondern auch andere typische, meist „geistreiche“ Erzeugnisse der Insel verkosten und dabei das Leben wie die Einheimischen genießen. Bei der Gelegenheit sollte man aber nicht nur die flüssigen Köstlichkeiten der Azoren probieren, sondern sich auch von der Küche Santa Marias mehr als ein Appetithäppchen gönnen. Der Caldo de Nabos, ein Eintopf aus einer besonderen dunklen Rübenart, vermischt mit Süßkartoffeln und einer Einlage aus Schweinefleisch und Räucherwurst ist das wohl beliebteste Gericht der Inselbewohner. Jeder kann sich seine eigene Mischung zusammenstellen, da die einzelnen Zutaten getrennt voneinander serviert werden.

Bei den Desserts gibt es eine große Auswahl. Neben den Cavacas und Supiros sind die Biscoitos de Orelha, ein leckeres Gebäck, sehr beliebt. Aber auch die saftigen Honigmelonen, die auf der Insel angebaut werden, sorgen dafür, dass bleibende kulinarische Eindrücke gesammelt werden können.

Abgerundet wird eine richtige Mahlzeit auf Santa Maria durch einen der traditionellen Liköre oder Branntweine, die für ein perfektes Menü unverzichtbar sind.

Auch auf einer kleineren Insel wie Santa Maria kommt also keine Langeweile auf. Die Erkundung der Natur, die Erholung am Strand oder in den zahlreichen Naturbädern, sportliche Aktivitäten wie Gleitschirm fliegen oder segeln und nicht zuletzt das gemeinsame Feiern mit den Bewohnern der Insel machen einen Besuch auf dieser Azoreninsel zu einem Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen wird.

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