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Sanfter Tourismus auf den Azoren
Massentourismus und „hartes Reisen“
Massenphänomen. In den 60er- und 70er-Jahren wurde dann das neue Verkehrsmittel des Massentourismus das Flugzeug bzw. der Düsenjet, Ziele wie Mallorca, die kanarischen Inseln aber auch Madeira wurden nun nicht mehr nur von exklusiven Gästen angesteuert. Einige Kritiker prägten für diese Phase den Begriff „Hartes Reisen“: eine große Gruppe wenig vorgebildeter Touristen (Touris) strebt ungeduldig und rücksichtslos dem touristischen Ziel entgegen. Für diese Sprachunkundigen ist alles schon pauschal geplant. So ist es dann kein Witz, wenn der Mallorca-Urlauber nach Hause schreibt: „Das Wetter ist hier toll, nur die ganzen Spanier stören.“ Heute zählt die Tourismusindustrie zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen und dient in etlichen randständigen Regionen die Haupteinnahmequelle der Wirtschaft: Inseln wie Gomera oder Madeira wären ohne Tourismus praktisch nicht mehr lebensfähig.
Sanfter Tourismus und Individual-Reisen
Die letzte Aussage bestimmt auch immer noch die These, dass Reisen in ferne unerschlossene Regionen eine Form der Entwicklungshilfe darstellt. Doch bereits Ende der 60er-Jahre wurde durch die linke Gesellschaftskritik diese These bestritten. Robert Jungt und Jost Krippendorf entwickelten als Gegengedanken zum Harten Tourismus den Sanften Tourismus: Man solle darauf achten, dass
· einheimische Bürger und Initiativen an der Planung und nützlichen Gestaltung der Urlaubsanlagen umfassend beteiligt werden.
· ein Gleichgewicht zwischen Entwicklung und Tourismus herbeigeführt wird.
· Gesundheit, Versorgung und Ausbildung der Bewohner Vorrang vor den Wüschen und Forderungen der Touristen haben müssen.
· das Profite aus dem Tourismus überwiegend im Land zur Entwicklung der Infrastruktur und der Förderung des Naturschutzes dienen sollen.
· einheimische Arbeitsplätze zu fairen Bedingungen entstehen sollen.
Als Individualtourist im Sanftem Tourismus sollte man folgende Regeln beachten:
· Benutze und verbrauche vorwiegend Produkte, die vor Ort hergestellt und angeboten werden!
· Pflege kein Luxusleben, dass sich krass vom Leben der Einheimischen abhebt!
· Nutze überwiegend die öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus, Taxi, Bahn!
· Informiere Dich vorher und während der Reise gründlich über das Reiseziel, die Region und das Land.
· Beachte die Etikette des Landes und seiner Bewohner (also z.B. keine FKK in Spanien betreiben)!
· Baue Kontakt zu Einheimischen auf (möglichst in deren Sprache), und befasse Dich mit deren Kultur!
Alle Kriterien zu erfüllen ist sowohl für die Tourismusanbieter wie für die Touristen schwierig. Aber wer Urlaub auf Madeira macht, kann in einzelnen Aspekten erkennen, dass ein Weg hin zum Sanften Tourismus möglich ist. Die Anreise muss allerdings mit dem Flugzeug erfolgen, kann dann aber auf der Insel sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt werden. Zur beliebten Nachbarinsel Porto Santa gibt es Fährverbindungen, hier muss man kein Flugzeug nehmen. Inzwischen gibt es viele Unterkunftsmöglichkeiten die von Einheimischen angeboten werden. Man kann also hinfliegen und sich vor Ort eine Unterkunft suchen. Wem das zu ungewiss ist, der versucht über das Internet ein Apartment direkt bei einem einheimischen Anbieter zu bekommen. Keinesfalls ist man heute mehr auf Pauschalangebote angewiesen. Der Bayrische Rundfunk berichtete beispielhaft von einem Projekt, wo weitere Möglichkeiten des Sanften Tourismus aufgezeigt werden. Es geht um das madeiranische Hotel “Aldeia de Fonte”, das mit Unterstützung der EU aus mehreren traditionell gebauten Häusern errichtet wurde, so dass sich die Anlage in angemessener Weise in die madeirische Landschaft einpasst. Gebaut hat man mit einheimischen Materialien sowie nach ökologischen Gesichtspunkten. Lediglich 50 Besucher kommen in die Anlage. Der einheimische Hotelchef betreibt eine authentische Küche, Mitarbeiter und Angestellte hat er aus hiesigen Familien rekrutiert. Damit können die Azorianer die Besucher nicht als störende Eroberer erleben, sondern als Leute, die ihre Lebensformen und Traditionen kennen lernen und erleben möchten. Aber an der wunderschönen Küsten, an der der Hotelchef jeden Tag entlang radelt, will eine ausländische Investorengruppe einen neuen Hotelkomplex mit über 300 Betten hochziehen. Sanfter Tourismus hat es da schwer, aber auf Madeira wird er versucht und wir als Touristen können uns überlegen, wie wir auf diese Entwicklung Einfluss nehmen können.
Azoren Highlights
Unter all den Urlaubsinseln sind die Azoren etwas ganz Besonderes. Sie sind von einer rauen und wilden Schönheit, die man in Europa nur noch selten findet. Naturliebhaber und Wanderer werden ein unerschöpfliches Paradies vorfinden. Segler und Taucher haben sie ohnehin schon für sich entdeckt. Und obwohl die Azoren keine Badeinseln im eigentlichen Sinne sind, finden sich auch hier Strände aus weißem oder schwarzem Sand, verträumte und romantische Buchten oder Naturschwimmbecken.
Auf fast allen Inseln gibt es heiße Quellen, Wasserfälle und Seen, in denen gebadet werden kann. Die Quellen haben zudem auch heilenden Charakter.
Angler und Sportfischer werden sich über mangelnde Fänge nicht beklagen müssen; Gleitschirmflieger haben die Möglichkeit, die wunderbare Schönheit der Inseln aus der Vogelperspektive zu erleben; Golfer und Tennisspieler finden ihre Plätze vor; Höhlenwanderer tauchen in die geheimnisvollen Welten der Grotten ein; Taucher und Schnorchler dürfen sich an einer artenreichen Wasserlandschaft erfreuen und schließlich werden ebenfalls reiten, Surfen, Wandern und das berühmte Whale-Watching angeboten.
Wer einmal auf den Azoren war, wird für den Rest seines Lebens nicht mehr von ihnen loskommen.
Azoren kulinarisch
Kulinarisch gesehen lassen die Azoren keine Wünsche offen, wobei jede Insel auch ihre eigenen Spezialitäten hat. An Gasthäusern, Kneipen und Cafes mangelt es nicht auf den Azoren. Grundsätzlich können die Tagesgerichte empfohlen werden, die sowohl preiswert als auch reichhaltig sind und von denen noch jeder satt geworden ist. Zum Essen werden Brot, Butter und andere Appetithappen gereicht, die allein schon eine Verkostung wert sind. Sie werden auf den Rechnungen, anders als bei uns, extra abgerechnet.
Zu den angebotenen Gerichten gehören viele Gemüsesuppen, darunter die traditionelle Kohlsuppe (Caldo Verde). Bei den Fleischgerichten dominieren Rind, Schwein und Geflügel, oftmals auch als kräftiger Fleischeintopf. Traditionell sind natürlich auch die mannigfaltigen Fischgerichte. Dorsch, Brassen oder Barsch stehen häufig, Kabeljau immer auf der Speisekarte. Ganze Fische werden oftmals gegrillt.
Als Beilagen werden Gemüse und Kartoffeln gereicht. Salate dienen dagegen meist der Dekoration. Die Nachspeisen sind sehr lecker, aber auch sehr süß. Unbedingt sollte man die Ananas probieren, die auf den Azoren wächst.
Bier, Mineralwasser, Milch, Kaffee und der Wein aus eigenen Anbaugebieten sind überall zu finden.
Land und Leute
Die Inselbevölkerung ist über all die Jahre ihren Bräuchen und Traditionen treu geblieben. Sie lebt größtenteils in kleineren Gemeinden und Ortschaften, Großstädte und Weltmetropolen sucht man auf den Azoren vergeblich. Selbst die Hauptstadt, Ponta Delgada auf der Insel Sao Miguel, ist mit noch nicht einmal 50.000 Einwohner eher eine Kleinstadt.
Das Leben auf den Azoren ist beschaulich und dem Rhythmus der Natur angepasst. Die Menschen leben vorwiegend von der Landwirtschaft, dem Weinbau und der Viehzucht. Auf manchen der Inseln leben beinahe mehr Rinder als Menschen.
Typisch für die Handwerkskunst der Inselbewohner ist das traditionelle Kunsthandwerk. Aus Maisblättern gewobene Teppiche, Blumen aus Stoff oder Fischschuppen, Keramikprodukte, geflochtene Körbe, Handstrickereien oder auch Tonkunstwerke gehören zu den Produkten, die die Azoreaner herstellen und die von den Touristen natürlich auch gern als Mitbringsel gekauft werden.
Unverhoffte Details lassen sich überall auf den Inseln finden. Zu ihnen gehören zweifellos die mit Mosaikbildern verzierten Gehwege. Auf einem Untergrund aus weißem Kalkstein wurden mit schwarzem Basalt von Hand kleine Kunstwerke geschaffen, die ihre Motive wie Boote, Anker oder Windmühlen, aus dem Inselleben schöpfen.
Die Ladrilhos, wie sie genannt werden, tanzen nur auf der Insel Faial etwas aus der Rolle. Hier nämlich sind es weiße Motive auf schwarzem Untergrund.
Wasser- und Windmühlen setzen bunte Tupfer in die Landschaft. Einige von ihnen sind noch in Betrieb und mahlen vorwiegend Mais.
Auf den Azoren wird oft und gern gefeiert. Die vorwiegend kirchlichen Feste haben vielerorts Volksfestcharakter. Zwischen Mai und Oktober finden die traditionellen Stierkämpfe statt. Sie werden vorwiegend auf der Straße ausgetragen.
Da der Tourismus noch in den Anfangsschuhen steckt, findet man auf den Azoren keine Bettenburgen. Hotels verschiedener Kategorien bieten vor allem in den größeren Ortschaften Übernachtungsmöglichkeiten an. In vielen Orten existieren Pensionen, an die sehr oft eine Gaststätte angeschlossen ist. In Ponta Delgada und auf der Insel Tesceira gibt es Jugendherbergen und auf fast allen Inseln sind Campingplätze ausgewiesen. Die Unterkünfte sind teilweise in alten Herrenhäusern untergebracht. Sie sind liebevoll und gemütlich ausgestattet. Es lohnt immer, nach einem Privatzimmer zu fragen. Diese sind oftmals nirgendwo gelistet, aber die Azoreaner sind äußerst freundliche Menschen und lassen niemanden auf der Straße stehen.
Die Insel hat nicht allzu viel zu bieten, was eine ausgeprägte Shoppingtour rechtfertigen würde. Für Touristen dürften Kunsthandwerk und Souvenirs interessant sein. In einigen größeren Orten existieren Supermärkte und Boutiquen. Lebensmittel gibt es auf den Inseln überall zu kaufen, jedoch ist das Angebot nicht so reichhaltig wie in den Einkaufszentren, die wir gewohnt sind. Vielerorts bieten Tante Emma Läden ihre Waren an, die ihre Öffnungszeiten nach dem tatsächlichen Bedarf einrichten. Die Grundnahrungsmittel sind Brot, Käse, Milch und Tee von der einzigen Teeplantage Europas auf Sao Miguel.
Azoren Flora und Fauna
Das feuchte Klima sorgt jedoch für eine üppige Vegetation. Vor allem die Hortensien sind es, für die die Inseln bekannt sind. Kilometerlang erstrecken sich die blau blühenden Hecken entlang von Wegen, Wiesen und Wäldern. Ihre Blütezeit erleben sie im Juli und August. Viele der Pflanzen, die heute auf den Azoren vorzufinden sind, wurden von außerhalb eingeführt. Vor allem die Zugvögel waren es, die die Samen aus aller Herren Länder auf die Inseln trugen. Heute sind die Azoren ein gigantisches Gewächshaus mit Lorbeerbäumen, Baumheide, Wacholder, Farnen und Palmen, der japanischen Sicheltanne, Azaleen, Girlandenblumen, Aronlilien, wilden Callas, Kamelien sowie einer Vielzahl weiterer Pflanzen. Einiges von der ursprünglichen wilden Waldlandschaft fiel Rodungen zum Opfer, um den Boden zu kultivieren und Obst und Gemüse anzubauen.
Die Tierwelt beschränkt sich hingegen auf Kaninchen, Frettchen, Igel sowie Haustiere und vor allem Zugvögel, die hier Zwischenstation machen. Von den ursprünglich auf den Azoren beheimateten Tieren, lebt der Prido, eine Gimpelart, auf dem Archipel. Dafür ist die maritime Tierwelt um so reichen, gehören doch die Azoren zu den fischreichsten Gegenden der Welt. Allein 38 Walarten leben vor ihren Küsten, dazu Zackenbarsche, Barrakudas, Kugelfische, 20 Delphinarten und in den Kraterseen Barsche, Karpfen, Forellen und Hechte.
Früher wie heute leben die Azoreaner von den Walen. Ursprünglich gehörten sie zu den erfolgreichsten Walfängern und, seit der Walfang auch hier verboten wurde, führen sie die Touristen zu den Meeressäugern. Und selbst wenn es einmal nicht gelingt, einen Wal zu sichten, auf Delphine trifft man bei diesen Touren immer.
Sao Jorge – Die Insel der Wanderer
Sao Jorge präsentiert sich in höchst eigenwilliger Form. Sie liegt als verhältnismäßig schmaler Bergrücken (ihre Breite beträgt nur 8 Kilometer) im Meer und ist umgeben von 45 bewachsenen Landzungen aus Lava unterhalb ihrer Steilküste. Die Fajas, wie sie genannt werden, entstanden durch Vulkanismus und Erdbeben. Die Lava erstarrte auf ihrem Weg ins Meer und durch Erdbeben rutschten immer wieder auch Hänge ab. Bis 1980 waren die meisten der Fajas bewohnt. Jetzt sind es nur noch die sichersten und stabilsten.
Mehr als die Hälfte der Inselfläche ist Hochland und liegt auf einer Höhe von mehr als 300 Metern. Vulkankegel reihen sich aneinander und im Winter ist dieses Gebiet oft in Nebel gehüllt.
Die Zeit scheint auf Sao Jorge angehalten zu haben. Etwa 10.000 Menschen leben hier noch im Rhythmus der alten Traditionen, mit ländlichen Strukturen und Produktionsweisen wie zu Zeiten ihrer Großväter. An den eigens dafür eingerichteten Sammelstellen stehen die Milchkannen, Maulesel oder Ochsenkarren als Transportmittel sind keine Seltenheit und die alte Teppichwebkunst hat die Zeit überdauert.
Die Inselbewohner leben vorwiegend von Milch- und Viehwirtschaft. Die Milch wird noch vor Ort weiterverarbeitet und den würzigen Käse von Sao Jorge kann man auch in Nordamerika kaufen. Sein Aroma geprägt von den immergrünen Weiden und der salzhaltigen Luft.
Unzählige kleine Dörfer besiedeln die Insel vor allem auf ihrer Südseite. Die Hauptstadt Velas ist eine kleine Stadt, mit der die Besiedlung der Insel einst begann. Die Stadt ist leicht überschaubar, in den Gassen und Straßen sind zahlreiche Geschäfte ansässig. Teilweise stößt man noch auf Zeichen des Reichtums aus der Zeit, in der man auf Sao Jorge mit Orangen handelte und der Export der Früchte blühte.
Zentraler Platz und Treffpunkt für Einheimische und Gäste ist der kleine Stadtgarten an der Praca da Republica. Man kann ihn gar nicht verfehlen, denn das Dach seines Musikpavillons leuchtet in grellem Rot.
Velas hat einen Hafen, der aus dem 17. Jahrhundert stammt der im Laufe der Jahrhunderte umgebaut und erweitert wurde. Da hier der gesamte Viehtransport zu den anderen Inseln abgewickelt wird, ist es wichtig, dass auch große Schiffe anlegen können. Die Fähren von und zu den anderen Inseln laufen ebenfalls in diesem Hafen ein. Seit 2008 gibt es hier auch eine kleine Marina mit etwa 80 Liegeplätzen. Ein kleines Leuchtfeuer mit einer Reichweite von sieben Seemeilen steht an der Spitze des Kais. Oberhalb der einstigen Festungsmauer gibt es ein Kulturzentrum mit Theatersaal, einer Bibliothek und Raum für Ausstellungen.
Vom Morro Grande, der sich unweit der Stadt befindet, hat man eine gute Aussicht auf die Stadt und die Nachbarinsel Pico.
Das Inselheiligtum, nämlich die Kirche Igreja de Santa Barbara das Manadas, stammt in ihrer heutigen Form aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde aus Basalt im Stil des azorischen Barock erbaut und ist zu großen Teilen vergoldet. Manadas selbst ist ein kleiner Ort mit einem kleinen Fischereihafen.
Sao Jorge ist vor allem eine Insel, auf der man viele Wanderungen unternehmen kann. Touristisch ist sie noch wenig erschlossen, das Hochland ist nicht besiedelt und die Natur weitestgehend unberührt. Hoch über der Küste gibt es einen Panoramaweg von West nach Ost. Fast die gesamte Wegstrecke hat man freien Blick auf die Nachbarinsel Pico und immer wieder natürlich auch fantastische Aussichten.
Bei Rosais gibt es einen schönen Waldpark mit teilweise exotischen Pflanzen, Farnen und Quellen. Auch verschiedene Vogelarten haben sie hier nieder gelassen. Das lang gestreckte Straßendorf Rosais ist Ausgangspunkt für einige Wanderungen.
Auf der Insel gibt es immer wieder aus Aussichtspunkte, von denen aus man die besten Fotomotive vor die Linse bekommt. Oberhalb der Steilküste kann von Faja zu Faja wandern. Das Wegenetz ist verhältnismäßig gut ausgebaut und teilweise beschriftet. Sao Jorge hat eines der besten Wandergebiete der Azoren.
Für Aktivsportler werden außerdem Höhlenbesichtigungen sowie Bergsteigertouren angeboten. Tauchen ist ebenfalls möglich, ebenso Touren mit dem Geländewagen oder dem Mountainbike.
Gebadet werden kann an zwei Stränden in Velas, die sich jeweils am östlichen und am westlichen Ende der Stadt befinden. In Manadas gibt es eine Bademöglichkeit am Hafen. Auf den Fajas findet man Lagunen, Naturschwimmbäder und sogar einen Sandstrand vor.
Überall auf der Insel kann man entweder in Hotels, Ferienhäusern oder Privatunterkünfte übernachten. In Pousada de Juventude de Sao Jorge gibt es eine Jugendherberge und Campingplätze existieren in Velas, Urzelina und Faja Grande.
Azoren beste Reisezeit
Die Azoren sind per Flugzeug oder Schiff zu erreichen. Beste Reisezeit sind die Sommermonate, die Saison geht von Juni bis Oktober. Denn auch wenn die Azoren das Wetter in Europa bestimmen und das gleichnamige Hoch für ungetrübtes Sommerwetter sorgt, so ist die Wetterlage auf den Inseln selbst oft wechselhaft. Die Temperaturen sind gemäßigt. Im Sommer erreichen sie selten Werte über 25°C, im Winter fallen sie nicht unter den Gefrierpunkt ab. Frühjahr und Herbst zeigen sich oft regnerisch, aber auch in den Sommermonaten muss man immer wieder mit Niederschlägen rechnen. Dabei wechselt das Wetter oft mehrmals innerhalb von 24 Stunden. Schlechtwetterperioden sind von heftigen Stürmen und Regen begleitet.
Die Wassertemperatur wird vom warmen Golfstrom bestimmt und beträgt in den Sommermonaten angenehme 23°C.
Graciosa – Die Liebliche
Sie ist in allem ein bisschen anders als ihre Schwestern – Graciosa, die zweitkleinste Insel der Azoren. Das Land ist flach, der Regen selten, der Strand auf einigen Küstenabschnitten rot und die Orte sind über die gesamte Insel verteilt.
Die höchste Erhebung der Insel beträgt gerade einmal 400 Meter und kann mit den Kratern der übrigen Azoreninseln kaum mithalten. Das fehlende Bergland ist auch der Grund dafür, dass die Niederschläge auf Graciosa vergleichsweise gering ausfallen und es nur wenige Bäche und Seen gibt. Dafür kann das http://www.azoren.de/wp-admin/post-new.phpLand über die gesamte Inselfläche bewirtschaftet werden. Früher war Graciosa die Kornkammer der Azoren, heute wird vorwiegend Milchwirtschaft betrieben und Mais angebaut. Im Norden der Insel befinden sich einige Weinanbaugebiete. Felder, Wiesen und Weinparzellen sind durch Trockenmauern voneinander getrennt – ein typisches Bild auf den Azoren.
Überhaupt ist die Landschaft sehr abwechslungsreich. Kleine Hügel, die mit Bäumen bewachsen sind, und Vulkankegel lockern die Ebene auf. In der Nähe von Praia gibt es am Pico Timoa ein zusammenhängendes Waldgebiet.
Das Leben auf Graciosa läuft ruhig und beschaulich ab. Die Einheimischen sind oft auf Eselskarren oder Pferdefuhrwerken unterwegs und in einigen Orten stößt man auf Verkehrsschilder, die darauf hinweisen, dass Kühe hier eher unerwünscht sind.
Die Hauptstadt der Insel ist der kleine, freundliche Ort Santa Cruz da Graciosa. 1.800 Menschen leben in meist einstöckigen Häusern. Im Zentrum findet man noch einige Herrenhäuser. Viele der kleinen Straßen und Gassen sind Einbahnstrassen und für Fremde ist das teilweise recht verwirrend. Das Leben spielt sich vorwiegend an der Praca de Fontes Pereira de Melo statt. Alle wichtigen Gebäude wie das Rathaus, die Bibliothek, das Gericht, ein Supermarkt, Cafes und Geschäfte befinden sich in unmittelbarer Nähe des Platzes. Auch ein Telefonhäuschen sowie ein Taxistand sind vorhanden. Unter den Schatten spendenden Bäumen lässt es sich gut aushalten und Stadt und Leute beobachten. Dies ist ganz nach portugiesischer Sitte allerdings Männersache.
Die beiden Kirchen der Stadt stehen nur etwa 100 Meter voneinander entfernt. Die Hauptkirche Igreja Matriz de Santa Cruz stammt aus dem 16. Jahrhundert und fällt durch ihre mit Basaltsteinen durchsetzte Fassade auf. Die zweite Kirche ist etwas kleiner und hat einen geschnitzten Hauptaltar.
Unweit des Rathauses befindet sich eines der alten Herrenhäuser. In ihm wurde ein kleines Volkskundemuseum eingerichtet.
Santa Cruz hat zwei Häfen. Im älteren werden noch immer die roten Algen getrocknet, die ihre Anwendung in Medizin und Kosmetik finden. Der neuere wurde in den 1960er Jahren erbaut und hat einen schönen Kai.
Die Caldeira befindet sich im Osten der Insel. Ein Rundweg führt um ihn herum und an verschiedenen Stellen sind Aussichtspunkte, von denen aus man in den Krater blicken kann. In einem Vulkanschlot findet man eine weitere Sehenswürdigkeit, die Schwefelhöhle Furna do Enxofre. Ihre Ausmaße sind beinahe gigantisch. In ihr ist ein Kratersee verborgen, der sogar noch unter dem Meeresspiegel liegt. Das Wasser ist schwefelhaltig und blubbernd suchen sich Schwefelgase ihren Weg nach oben. Aus Sicherheitsgründen ist heute nur noch der obere Teil der Höhle zu besichtigen, spannend genug und auch ein bisschen unheimlich ist es trotzdem.
Die Strände auf Gracia sind sauber. In Praia, dem zweitgrößten Ort der Insel, gibt es einen schönen Sandstrand. Etwas südlicher gibt es einen weiteren an der Fonte de Areia. Porto Afonso hat am Hafen einen geschützten Badeplatz und Naturschwimmbäder findet man in Barro Vermelho. Barro Vermelho hat einen roten Sandstrand. Zusammen mit dem Schwarz der Steine und dem Blau des Meeres ergibt dies einen faszinierenden Kontrast.
Selbst auf ein Thermalbad muss man auf der Insel nicht verzichten. Ganz im Süden der Insel liegt das kleine Fischerdorf Carapacho. Das alte Badehaus ist über 100 Jahre alt und es wird in Wannen gebadet. Das Thermalwasser hat eine Temperatur von 40°C und soll bei Rheuma und Hauterkrankungen lindernd wirken.
Graciosa hat keine direkte Flugverbindung zum Festland und ist nur über einen Zwischenstopp auf Terceira zu erreichen. Der Flughafen liegt einige Kilometer außerhalb von Santa Cruz. Zwei große Fährschiffe verbinden Graciosa auf dem Wasserweg mit den anderen Inseln. Anlegehafen ist Praia da Graciosa.
Übernachten kann man auf der Insel vorwiegend in Gästehäusern sowie Pensionen. In Praia sowie Carapacho gibt es die Möglichkeit zu campen.
Corvo - Die Insel der Gemütlichkeit
Sie ist nicht nur die nördlichste, sie ist mit einer Fläche von gerade einmal 17 Quadratkilometern auch die kleinste Insel der Azoren. Und obwohl sie 1450 zeitgleich mit Flores entdeckt wurde, tat man sich mit ihrer Besiedlung schwer. Corvo war wegen ihrer isolierten Lage nicht attraktiv genug, so dass sich schließlich ab dem 16. Jahrhundert nur vereinzelt Bauern und Hirten auf ihr niederließen. Rund 200 Jahre später entdeckten die Freibeuter sie für sich und nutzen sie als Unterschlupf, erneuerten ihren Proviant und ließen ihre Schiffe reparieren. Als Gegenleistung dafür wurde den Insulanern Schutz gewährt und sie erhielten auch das eine oder andere Stück aus dem erbeuteten Gut. Reichtum jedenfalls kannte man damit auf Corvo nicht erlangen. Auch nicht auf den Walfängerbooten, auf denen vorwiegend die jungen Leute anheuerten.
Die Freibeuter verschwanden wieder genauso wie auch die Walfänger, geblieben ist das, was die Insel ausmacht – ihre Ruhe und Gemütlichkeit. Jeder kennt jeden auf Corvo, einer weiß alles vom anderen und die Türen muss man nicht voreinander verschließen. Die Menschen sind Nachbarn, sie leben nicht gegen- sondern miteinander. Ihren Lebensunterhalt verdienen sich die Insulaner mit Ackerbau und Viehzucht, ein paar arbeiten in der Verwaltung oder im Dienstleistungsbereich. Industrie gibt es auf Corvo nicht, Elektrizität und Telefon fanden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihren Weg auf dieses kleine Eiland.
500 Einwohner und ein paar – das ist Vila Nova do Corvo, die einzige Ortschaft und damit auch Hauptstadt der Insel. Eigentlich ist sie nicht mehr als ein kleines Dorf mit Stadtrecht, das einzige seiner Art in Portugal. Und doch besteht der Ort aus zwei Teilen, in dem sich Zeitgeist und Entwicklung wieder finden lassen. Auf der einen Seite die “Altstadt” mit ihren auf traditionelle Weise errichteten Häusern aus schwarzem Basalt und den kleinen Gassen, in denen man sich schnell auch einmal verirren kann, mit den Hinterhöfen und der eher ländlichen Geräuschkulisse – auf der anderen Seite der moderne Teil mit vorwiegend öffentlichen Gebäuden und einer Disco. Ein Kreisverkehr markiert die Trennung zwischen beiden Teilen.
Die mitten im Ort stehende Kirche Igreja de Nossa Senhora dos Milagres wurde zwischen 1789 und 1795 mit Unterstützung einiger Emigranten aus den USA errichtet. Sie ist schlicht gehalten und beinhaltet eine flämische Marienstatue. Der Aussichtspunkt Mirandouro de Sito do Portao liegt oberhalb von Vila Nova und bietet einen imposanten Blick über die Hafenbucht und den Ort.
Der kleine Hafen von Vila Nova wird von den schnellen Fährbooten angelaufen, die die Verbindung der Insel zur Nachbarinsel Flores herstellen. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde, ist allerdings oft auch vom Wetter abhängig.
Seit 1993 hat die Insel auch einen kleinen Flughafen, der allerdings nur von der Fluggesellschaft SATA innerhalb des Archipels angeflogen wird. Es gibt hier nur eine kurze Landebahn, so dass nur kleine Flugzeuge hier landen dürfen. Daher sind die Flüge in den Sommermonaten recht schnell ausgebucht.
Die Caldeira auf Corvo beherrscht das übrige Landschaftsbild. Die Insel besteht im Grunde aus nur einem einzigen Vulkanmassiv. Ihr Alter schätzt man auf 1,5 bis 2 Millionen Jahre. Einen Ausbruch braucht jedoch niemand zu befürchten. Der letzte fand vor etwa 100.000 Jahren statt, weshalb der Vulkan als inaktiv gilt. Der Krater, in dem sich Sumpfland und einige Seen befinden, erreicht eine Höhe von 718 Metern. Von Vila Nova führt eine Straße hinauf auf den Berg. Sie ist nicht zu verfehlen, da es die einzige ist. Wer den knapp sieben Kilometer langen Weg nicht zu Fuß auf sich nehmen möchte, der hat die Möglichkeit, sich ein Taxi zu mieten. Mietwagen gibt es auf der Insel keine und man braucht sie auch nicht. Überhaupt gibt es auf der Insel außer einigen Mofas und Autos keinen nennenswerten Straßenverkehr. Daher gibt es auch keine Ampeln, keine Verkehrsschilder, keinen Stau, keine Auspuffgase. Für jemanden, der aus einer hektischen Großstadt kommt, sich ein sehr ungewöhnliches Erlebnis. Man mag gar nicht glauben, dass es in Europa noch solche Gegenden gibt.
Auch hinsichtlich der Einkaufsmöglichkeiten sieht es auf Corvo eher dünn aus. Vieles bauen die Einheimischen selbst an, ansonsten existieren einige kleine Tante-Emma-Läden, die ganz und gar auf Reklame oder Hinweisschilder verzichten. Größere Einkäufe wie beispielsweise von Elektrogeräte oder Möbeln erledigt man auf der Nachbarinsel.
Die Menschen auf Corvo halten zusammen und sind Fremden gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen. Jedes Flugzeug und jede Fähre werden begrüßt, denn Neuankömmlinge bringen auch Neuigkeiten und vor allem etwas Abwechslung in den doch recht einfachen Alltag. Hotels wird man auf Corvo vergeblich suchen, es gibt einige Pensionen und Ferienwohnungen. Allerdings gehört ein wenig Glück dazu, sie auch zu finden. Trotzdem wird jeder auf Corvo ein Dach über dem Kopf finden, denn die Menschen leben hier wie in einer großen Familie, an der sie auch die Touristen teilhaben lassen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Insulaner färbt auch sehr schnell auf ihre Gäste ab.
Auch hinsichtlich der Gastronomie hat man kaum eine Auswahl. Trotzdem ist das Essen auf Corvo gut und preisgünstig. In Privatunterkünften wird die Verpflegung oft vom Gastgeber mit übernommen. Probieren sollte man unbedingt einmal den hausgemachten Inselkäse oder den Eintopf mit Meeresfrüchten.
Corvo ist keine typische Urlaubsinsel, ein Tagesausflug von Flores aus jedoch lohnt auf alle Fälle. Wo sonst findet man noch ein so unberührtes Stück Land in Europa? Seit 2009 wurde die gesamte Insel einschließlich der sie umgebenden Meereszone von der UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt. Hier nisten einige Vogelarten, die seit einigen Jahren immer wieder Vogelbeobachter anziehen.
Die Küste der Insel ist steil und weist kaum Buchten auf. Bis heute sind noch nicht alle Untiefen und Klippen genau verzeichnet und bei allzu rauer See kommt man der Küste besser nicht allzu nah.
Pico - Die Insel der Walfänger
Er dominiert die Insel und gab ihr seinen Namen. Der Gipfel, wie der Pico übersetzt heißt, ragt bis auf 2.531 Meter auf und verleiht der Insel einen überaus majestätischen Anblick. Er ist auch von den Nachbarinseln aus noch zu bewundern. Als drittgrößter Berg der Atlantikinseln ist er zugleich auch der höchste Portugals.
Der Pico ist ein Schichtvulkan. Diese stoßen nur zähflüssige Lava aus, die sich schnell wieder verfestigt und so die typischen steilen Hänge (bis zu 40 Grad) bildet. Schwefelgas im Bereich seines Gipfels beweisen, dass er auch heute noch aktiv ist, wenngleich sein letzter Ausbruch 1718 fast dreihundert Jahre zurück liegt.
Wie jeder Berg hat auch der Pico seine Eigenheiten. Eine davon ist, dass er sich gern verhüllt. Im Winter ist etwa ein Drittel von Schnee bedeckt und im Sommer hüllt er sich gern in einen Mantel aus Nebel.
Eine Besteigung des Berges ist trotzdem sehr empfehlenswert, setzt aber einige Kondition und Erfahrung voraus. Es wird empfohlen, sich einem kundigen Führer anzuvertrauen, da der Aufstieg einige Tücken hat und immerhin 1000 Höhenmeter zu überwinden sind. Dafür ist die Aussicht vom Gipfel aus grandios und wer es wild-romantisch mag, der kann im Gipfelbereich übernachten und mit ein bisschen Glück am nächsten Morgen einen Sonnenaufgang erleben. Die besten Monate für eine Bergbesteigung sind Juli sowie August, an der Basisstation kann man sich Auskunft darüber einholen, ob eine Besteigung möglich ist oder nicht.
Rund um den Pico gibt es ein paar interessante Höhlen, die zum Teil bis tief in den Berg hineinreichen. Die längste Vulkanröhre der Azoren befindet sich bei Criacoa und ist in Teilbereichen für Touristen zugänglich. Die Höhlen sollten auch auf Pico generell nur mit einem Führer betreten werden.
Das Gebiet rund um den Berg gehört zu einem Naturschutzgebiet. Seine Hänge sind weitestgehend bewachsen. Das Hochland in etwa 1000 Metern Höhe ist wirtschaftlich kaum nutzbar und so sucht man im Inneren der Insel vergeblich menschliche Behausungen.
Rund 100 Vulkane sind auf Pico beheimatet, auf der Hochfläche im Zentrum der Insel reihen sich die Vulkankegel aneinander. Unterbrochen wird ihre Kette durch Wälder, weiden, Wiese, Seen und Tümpel. Hier hat sich in den letzten Jahrhunderten nur wenig verändert. Wahrscheinlich ist es diese Art von Landschaft, die die Siedler der Insel im 15. Jahrhundert vor Augen hatten. Der wilden Schönheit tut dies keinen Abbruch.
Das schwarze Lavagestein bestimmt das Gesicht der Insel und bildet mit den grünen Wiesen sowie dem Blau des Himmels einen einzigartigen Kontrast. Schwarze Lava eignet sich zudem hervorragend für den Weinbau. Es speichert die Wärme und bietet den Reben das nötige Klima. Sehr eindrucksvoll sind daher die traditionellen Weinbaugebiete bei Madalena, die seit einigen Jahren zum Weltkulturerbe gehören.
Man sagt, die Walfänger von Pico seien die mutigsten überhaupt gewesen und in “Moby Dick” sei ihnen ein Denkmal gesetzt worden. Der Walfang hat auf der Insel eine lange Tradition und verhalf ihr im 18. Jahrhundert zu Aufschwung und Reichtum. Die Pottwalbestände waren um diese Zeit noch gewaltig und brachten beträchtlichen Gewinn. Bis zu seinem Verbot in den 1980er Jahren wurde auf der Insel aktiv Walfang betrieben. Aber auch heute noch sind die Wale der Insel treu. Nur dass sie heute nicht mehr mit der Harpune sondern mit dem Fotoapparat “gejagt” werden. Sie kommen an die Küsten vor Pico zur Nahrungsaufnahme und mit ein wenig Glück und viel Geduld bekommt man eines der prächtigen Tiere der immerhin 20 registrierten Arten zu Gesicht. Auf eine Begegnung mit Delphinen hingegen darf man immer hoffen.
Es existieren auf Pico zwei große Veranstalter, die Walbeobachtungstouren organisieren. Die Station Espaco Talassa wurde 1987 gegründet und war damit die erste ihrer Art auf den Azoren. Sie hat sich dem Artenschutz verschrieben und erfüllt daneben wissenschaftliche Aufgaben. Für die Besucher sind daher Vorträge über das Leben der Wale und Delphine organisiert, die auch in deutscher Sprache zur Verfügung stehen.
In Lajes, wo früher die Wale verarbeitet wurden, gibt es heute ein kleines Museum mit Informationen zur Geschichte des Walfangs und einigen Gerätschaften, die für den Walfang nötig waren.
Hauptstadt der Insel ist der nette aber unspektakuläre Ort Madalena do Pico mit 2.500 Einwohnern. Die Stadt wurde 1542 gegründet und ist ein kleiner netter, aber unspektakulärer Ort mit einem kleinen Zentrum. Es gibt einige neue Gebäude, die dem Tourismus geschuldet sind und dem Charme des Ortes nur wenig anhaben konnten. Der neue Hafen ist Dreh- und Angelpunkt des Ortes. Wegen der Abhängigkeit Picos von der Nachbarinsel Faial gibt es zwischen den beiden Inseln einen regen Fährverkehr. Außerdem befindet sich hier die Basis der Thunfischfänger. Ruhiger und weitaus idyllischer geht es im alten Hafen zu. Allerdings findet man hier nicht mehr als ein paar kleine Fischerboote. Der kleine Fischmarkt, den es hier gegeben hat, ist zwischenzeitlich geschlossen worden.
Wahrzeichen der Stadt und schon weithin sichtbar ist die Kirche Igreja Matriz de Santa Maria Magdalena aus dem 17. Jahrhundert. Auf dem Weg nach Madalena kommt man an zwei Felseninseln vorbei, auf denen die Brutplätze einiger Vogelarten liegen.
Die Orte auf Pico sind an die Küste gedrängt. Das Vulkangebiet lässt eine Ausbreitung in das Inselinnere nicht so ohne weiteres zu. Die Häuser sind meist einfach gehalten und weiß angestrichen. An einigen Orten findet man jedoch noch die Prunkbauten aus den Blütejahren der Insel, so in Madalena zum Beispiel die Camara Munipal.
Strände sind auf Pico nicht ganz so häufig zu finden wie auf den anderen Inseln der Azoren. In vielen kleinen Orten gibt es schöne Naturschwimmbäder, die sich vielfach in der Nähe der Häfen befinden.
Übernachtungen findet man in Hotels, Pensionen und Privatzimmern unter anderem in Madalena, Silveira, Lajes do Pico und Sao Roque do Pico.


